Abstehende Ohren sind eine Fehlbildung, die auf eine angeborene Verformung des Ohrknorpels oder eine asymmetrische Entwicklung einzelner Knorpelteile zurückzuführen ist, die insbesondere im Kindesalter grossen Leidensdruck verursacht. Kinder mit abstehenden Ohren haben häufig Scham- und Minderwertigkeitsgefühle. Mit einem operativen Eingriff lässt sich der Ohrknorpel neu formen und das Ohr "anlegen". Aus psychologischen Gründen empfehlen wir, die Operation noch vor dem Schuleintritt durchzuführen, damit das Kind nicht durch sein Umfeld zusätzliche Belastung erfahren muss. Es gibt auch Betroffene, die sich erst Erwachsenenalter einer Korrektur unterziehen.
Die Operation wird je nach Alter der Patientin oder des Patienten entweder in Teil- oder Vollnarkose durchgeführt. Wir verfügen übrigens auch über einen Anästhesisten, der auf Narkosen bei Kindern spezialisiert ist. Vor dem eigentlichen Eingriff werden Sie durch das Pflegepersonal und Ihren Arzt auf den bevorstehenden Eingriff vorbereitet. Dazu gehört die Anfertigung von sog. Vorher-Bildern und die Einzeichnung der zukünftigen Ohrkontur. Der Eingriff selber sieht einen Schnitt hinter dem Ohr vor. Der Ohrknorpel wird freigelegt, modelliert und ans Ohr gelegt. Die Operation dauert ca. eineinhalb Stunden. Nach der Operation muss während fünf bis sieben Tagen ein eng anliegender Kopfverband getragen werden. Danach muss während sechs weiteren Wochen nachts ein Stirnband umgebunden werden. Nach rund zwei Wochen ist die Heilung weitgehend abgeschlossen und ausser einer strichförmigen Narbe sind keine Spuren des Eingriffs mehr sichtbar. Es kann sein, dass Sie aufgrund erhöhter Schmerzen während der ersten zwei Tage nach der Operation Schmerzmittel einnehmen müssen. Es ist zudem mit einer Schulabsenz oder Arbeitsunfähigkeit von sieben bis zehn Tagen zu rechnen. Auf Sport sollte während drei bis vier Wochen verzichtet werden und beim Haarwaschen ist Vorsicht geboten.